Noch weniger Pension?
Die heimattreuen Parteien SD, Lega und MCG
haben am 8. April 2009 das Referendum gegen die Rentenkürzungen
eingereicht.
Bernhard Hess, SD-Geschäftsführer,
erläutert das SD-Referendum gegen eine Rentenkürzung
bei
der 2. Säule
In der Dezembersession «überreichte» das
eidgenössische Parlament den Versicherungsgesellschaften ein
grosszügiges Weihnachtsgeschenk: Dieses beschloss den Umwandlungssatz
in der 2. Säule auf 6,4% im Jahre 2015 zu senden. Das bedeutet
gegenüber dem heutigen Umwandlungssatz von 7,05% eine Rentenkürzung
bei der beruflichen Vorsorge um 10 Prozent.
Einmal mehr sind es vor allem die Banken und Versicherungen
mit ihrer sehr starken Lobby, die für die erneute Senkung
des Umwandlungssatzes mächtig Druck gemacht haben. Nachdem
die Versicherungsgesellschaften in den ersten Jahren nach Einführung
des Beruflichen Vorsorgegesetzes (BVG) die grossen Profiteure des
Systems waren, konnten sie in den letzten Jahren nicht mehr so
fette Gewinne an den Börsen erzielen. Mit hohen Risikoprämien
und Verwaltungskosten sowie mit tiefen Umwandlungssätzen im überobligatorischen
Teil verdienen sie aber immer noch ganz schön mit den Pensionskassen.
Dieselben Kreise, die bei der Einführung des Beruflichen Vorsorgegesetzes
(BVG) nicht müde wurden, die Vorzüge der 2. Säule
zu betonen und die AHV schlecht zu machen, haben in den letzten
Jahren zuerst die massive Senkung der Mindestverzinsung von vormals
4% auf 2,5% und auf 2% für 2009 durchgesetzt, dann die Senkung
des Umwandlungssatzes auf 6,8% bis 2014 und nun die nochmalige
Senkung auf 6,4% im Jahre 2015! Damit wollen sie auch in Zeiten,
in denen es nicht mehr so einfach ist, an der Börse Geld zu
verdienen, weiterhin hohe Renditen für ihre Aktionäre
erzielen dies mit unseren Pensionskassengeldern. Um ihre Abbaupläne
durchzusetzen, haben die Versicherer übertriebene Prognosen
zur Lebenserwartung verbreitet. Zudem verbreiteten sie Zweckoptimismus
bei den langfristigen Anlagerenditen. Die meisten einheimischen
Rentnerinnen und Rentner sind nicht auf Rosen gebettet. Sie benötigen
60% ihres früheren Einkommens (AHV und 2. Säule zusammen
sollten 60% ergeben), um im Alter ihren gewohnten Lebensstandard
weiterzuführen. Die erneute Senkung des Umwandlungssatzes
erlaubt es aber nicht mehr, dieses in der Verfassung vorgesehene
Ziel von 60% zu erreichen!
Aufforderung zur Spekulation in Krisenzeiten?
In den letzten Krisenmonaten haben die Pensionskassen
mit nahezu 60 Milliarden Franken ungefähr 20% ihres gesamten
Kapitals verloren. Dies hat dazu geführt, dass die Eigenkapitaldeckung
der privaten Kassen von 100% nicht mehr garantiert werden kann.
Zur Verbesserung der finanziellen Situation der Pensionskassen
hat der Bundesrat nebst der Rentenkürzung höhere Investitionen
in unsicheren alternativen Anlagen (Hedge Funds, Private Equity
Funds etc.) ermöglicht genau in diesen Anlagen, in denen sich
die Pensionskassen mit hochriskaten Investitionen verspekuliert
haben. Zudem wurde die Limite für Investitionen in Liegenschaften
von 55 auf 30% gesenkt.
Rentenklau stoppen!
Der Zentralvorstand der Schweizer Demokraten (SD)
hat deshalb anlässlich seiner Sitzung vom 8. Januar 2009 beschlossen,
diesen weiteren Rentenabbau nicht hinzunehmen und zusammen mit
der Lega dei Ticinesi und dem Mouvement Citoyens Genevois (MCG)
das Referendum zu ergreifen*. Sollte es sich in ein einigen Jahren
zeigen, dass mit dem heutigen System das verfassungsmässige
Ziel von 60% des früheren Einkommens nicht garantiert werden
kann, muss dieses endlich umgebaut, resp. angepasst werden. Dann
braucht es einen Ausbau der 1. Säule (AHV), die wesentlich
sozialer ist als die 2. Säule. Die Versicherungsgesellschaften
sollten schon heute aus dem Geschäftsbereich der 2. Säule
verbannt werden. Diese soll eine Sozialversicherung darstellen
und es ist ungeheuerlich, dass damit private Profite erzielt werden.
*Lesen Sie aktuell zur Abstimmung vom 7.3.2010 Rote
Karte gegen leere Versprechen!
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