Home
 

 

   
   
   
Homepage SD Schweiz
Aktuell Tatsachen Link zur SD Schweiz
Index zurück weiter

Büros statt Fachgeschäfte?

Die „Verbannung“ von Fachgeschäften und Traditionsbeizen in der Basler Innerstadt geht munter weiter. Und das Schlimmste daran: Die heutige Basler Linksregierung fördert diesen Unfug noch aktiv!

Neuestes Beispiel: Mehrere Geschäfte an der Spiegelgasse (gegenüber dem Spiegelhof mit der Polizeizentrale) und an der Blumengasse mussten vor wenigen Tagen ihr angestammtes Domizil für immer verlassen, da das kantonale Baudepartement in diese „Räumlichkeiten“ einziehen will. Offenbar ist dort auch ein Kundenzentrum geplant. Was soll so eine bescheuerte Idee?
Tatsache ist, dass der Kanton diese Liegenschaften aufgekauft hat, den dort seit vielen Jahren tätigen Unternehmern gekündigt und nun auch noch umbauen muss, was mit hohen Kosten verbunden sein wird. Dies betrifft ein Schuhfachgeschäft, einen Coiffeursalon, ein kosmetisches Institut, sowie Büros von der Sympany-Krankenkasse (ehem. OeKK), die auf der gegenüberliegenden Strassenseite ihr Hauptverwaltungsgebäude besitzt. Auch bei den erwähnten Sympany-Büroräumlichkeiten handelt es sich im Parterre um grosse Räume mit Vitrinenfront zur Strasse hin, die umgebaut werden müssen! (diese wurden früher anders genutzt!).

Das Baudepartement als Nomadenadministration?

Pikant ist, dass das Baudepartement bis anhin beim Münsterplatz in einem grossen altehrwürdigen Gebäude untergebracht war und noch ist. Dieses Gebäude soll in naher Zukunft umgebaut und zu Eigentumswohnungen für höhere Ansprüche an bevorzugter, ruhiger Lage (auf dem Münsterhügel in der Altstadt!) umfunktioniert werden. Die Basler Regierung wünscht sich eben auch einkommensstarke Einwohner!
Vor wenigen Jahren als es um den Bebauungssplan der Erlenmatt (ehem. DB-Güterbahnhofareal) ging, hiess es von Regierungsseite, dass sich das Baudepartement in einem grossen noch zu erstellenden Gebäude auf der Erlenmatt etablieren würde. Diese Absicht war auch richtig gewesen, denn die kantonale Verwaltung gehört nicht ins Stadtzentrum. Dorthin gehören eben Fachgeschäfte und Beizen, welche Fussgänger leicht erreichen. Die Regierenden (auch die bürgerlichen Mitbeteiligten!) sagen ja noch so gerne, dass Basel eben anders tickt!“. So ist es: Fachgeschäfte werden aus der Innerstadt Richtung Aussenquartiere „vertrieben“, da diese andernorts in der Innerstadt die hohen Mietzinsen nicht mehr bezahlen können. Aber der Staat kann sich dies leisten!

Wir erinnern daran, dass vor wenigen Jahren mit dem Traditionslokal „Storchen“ beim Fischmarkt (50 Meter entfernt vom erwähnten Schuhfachgeschäft Engel) ähnliches geschah. Der „Storchen“ wurde vor nicht allzu langer Zeit totalrenoviert und verfügte auch über eine grosse Terrasse und Räume für Vereinsanlässe. Der „Storchen“ glänzte immerzu mit schwarzen Zahlen, wurde er doch jahrelang vom gleichen Géranten – mit immer gleichbleibender Equipe – gut geführt. Nachmittags trafen sich dort auch viele ältere Menschen, ja ganze Clubs für einen Schwatz oder zum Jassen! Für Touristen war das Restaurant im 1. Obergeschoss ebenfalls ein Bijou, überblickte man doch von dort den belebten Fischmarktplatz mit seinem historischen Brunnen in idealer Weise. Jetzt befindet sich im ehemaligen Restaurant „Storchen“ ein kleines „Suppenstübli“ und vor allem weitere Büros der Basler Steuerverwaltung; dies an bester Aussichtslage!
Das Gebäude in welchem der „Storchen“ eingemietet war, gehörte damals zu je einem Drittel dem Kanton und der Basler Kantonalbank, sowie der UBS! Der Kanton hatte also das Sagen und damals regierte im Regierungsrat eine bürgerliche Mehrheit. Eine Schandtat!
Dies war ein Teil der Aussicht aus dem ehemaligen Restaurant „Storchen“ mit Blick auf den Fischmarktbrunnen  

Immer mehr Einkäufe auf der grünen Wiese?

Heutzutage rühmen sich die sogenannt „intelligenten“ Köpfe von der Pro Innerstadt und vom Gewerbeverband bis hin zur Basler Regierung, dass in Kleinhüningen soeben das grösste „Einkaufsparadies“ der Nordwestschweiz namens „Stücki-Shopping-Center“ mit 120 Geschäften, einem Dutzend Gastrobetrieben und einem Hotel mit 140 Zimmern, sowie Büroräumlichkeiten!
Wünscht sich die Basler Regierung in der heutigen Zeit wirklich ein Einkaufszentrum mehr (gar mit nahem Autobahnanschluss) und gleichzeitig eine Innerstadt mit immer weniger Fachgeschäften (Parkplätze fehlen auch!) und guten Speiserestaurants? Die wie Pilze aus dem Boden schiessenden Kebap-Stüblis sind da kein Ersatz an denen man Freude haben könnte!

Markus Borner